BSC Emmendingen

Kleine Bogenkunde


So wie Bogenschießen nicht gleich Bogenschießen ist, so ist Bogen nicht gleich Bogen.


Wir unterscheiden grob in vier Bogenarten, die bei uns geschossen werden.

    • Der Recurvebogen (Olympiabogen)
    • Der Compoundbogen
    • Der traditionelle Bogen (modern und historisch)
    • Der Jagdrecurve



Der Recurvebogen

Er ist der Olympische Wettkampfbogen und besteht zumeist aus drei Teilen.
Einem Griff, der üblicherweise aus Metall besteht aber auch aus Holz oder Carbon sein kann, und zwei Wurfarmen in reflexer Bauweise (Recurve), im gespannten nicht ausgezogenen Zustand liegt hier die Sehne am Wurfarm an. Die Wurfarme bestehen aus einem glasbelgten Holzkern, um die Verwindungs-(Torsion)- steifigkeit zu erhöhen wird tlw. auch Carbon verbaut. Diese Bögen werden hauptsächlich mit Visier, Stabilisator, Button, Klicker aber ohne Lösehilfe (Release) geschossen. Es ist der einzige zur Olympiade zugelassene Bogentyp.

 

Der Compoundbogen

Hauptunterschied zu allen anderen Bogenformen ist die Verwendung eines Seilzugsystems nach dem Flaschenzugprinzip. Es befinden sich meist exzentrische Rollen an den Wurfarmenden die zu zwei Effekten führen. Erstens braucht der Schütze beim zielen, also im Vollauszug, nicht das maximale an Zuggewicht halten und kann somit auch stärkere Bögen ruhig ankern/schießen. Zweitens beschleunigt nach dem Lösen der Compoundbogen die Pfeile schneller als alle anderen Bogentypen .Der daraus resultierende geradlinige Pfeilflug ermöglicht zusammen mit den beim Compound verwendeten Visiersystemen (Scope), welche dem Recurvevisier deutlich überlegen sind, das präziseste Treffen.
Der Compound wird meistens mit einem Release (mechanische Lösehilfe) geschossen kann aber auch mit der „blosen“ Hand geschossen werden.

 

Langbogen (modern)

Der moderne Langbogen muss einteilig sein, der Wurfarmaufbau gleicht im Material dem Olympischen Recurve (Ein glasbelegter Holzkern, teilweise wird Carbon verwendet) allerdings fehlt der Reflex, also die Biegung der Wurfarme entgegen der Bogenkrümmung. Die Wurfarme des Langbogens dürfen nur in eine Richtung gebogen sein und die Sehne darf den Wurfarm nicht berühren, außer an den Tips (Wurfarmenden). Der Langbogenschütze darf kein Visier, Stabilisator, Button, Pfeilauflage und auch keine Lösehilfe verwenden. Es dürfen nur Holzpfeile verwendet werden. Alle diese Einschränkungen machen das Treffen mit dem Langbogen ungenau im Vergleich zu anderen Bogentypen.

 

Langbogen (historisch )

Der historische Langbogen ist ein Holzbogen bei dessen Bau auf alles was nach 1910 als Material im Bogenbau Verwendung fand verzichtet werden muss. Klassisch ist der Englischelangbogen (ELB). Der sich vom Mittelalter bis zu den Olympiaden des frühen 20th Jahrhunderts großer Beliebtheit erfreute. Heute fallen auch die den Plainsindianerbögen nachempfundenen Holzbögen in diese Klasse, sie haben anstatt des D Profils (ELB) ein flaches Wurfarmdesign und sind deutlich leistungsstärker, auch hier ist der Holzpfeil vorgeschrieben. Allgemein sind Holzbögen die Leistungsschwächsten Bögen.

 

Jagdrecurve

Der Jagdrecurve ist ein kurzer Bogen, im Vergleich zum Olympischen Recurve sonst entspricht sich der Aufbau in Material und Prinzip, ein kurzer Bogen ist im Wald/Gebüsch aber von Vorteil. Er wird ohne Lösehilfe (Release) und Visier geschossen, da bei der Jagd die Entfernung nicht bekannt ist macht es auch keinen Sinn, Visiere können nur auf bekannte Entfernungen eingesetzt werden. Das 3D -Schießen ist die Domäne dieses Bogentyps, hier wird in Wettbewerben versucht in Wald und Flur aufgestellte Tieratrappen zu treffen, eine ursprünglich aus Amerika stammende Version des Bogenschießens, die zu Übungszwecken für den Bogenjäger entwickelt wurde. (Die Jagd mit Pfeil und Bogen ist in Deutschland verboten).

BSC Emmendingen Template by Ahadesign Powered by Joomla!